Health markers

Women’s Health: Biomarker, Die Jede Frau Kennen Sollte

Über Jahrzehnte hinweg basierte die medizinische Forschung auf einem „Einheitsmodell“, das primär an der männlichen Physiologie ausgerichtet war. Weibliche Körper wurden dabei oft lediglich als statistische Abweichung betrachtet. Dies hat zu einer erheblichen Datenlücke in unserem Verständnis der weiblichen Biologie geführt.

Dabei ist die weibliche Physiologie nicht einfach nur „männliche Biologie plus Östrogen“. Hormonelle Zyklen beeinflussen maßgeblich, wie Energie verstoffwechselt wird, wie das Immunsystem auf Stress reagiert und wie sich das Herz-Kreislauf-System anpasst.

Obwohl viele Gesundheitssysteme geschlechtsspezifische Referenzwerte verwenden, erfassen Standard-Laborwerte die dynamischen Veränderungen in den verschiedenen Lebensphasen oft nicht vollständig – von den fruchtbaren Jahren über die Perimenopause bis hin zur Postmenopause.

Bei Aware konzentrieren wir uns auf die Untersuchung von Biomarkern, die dir helfen können, deine inneren Abläufe besser zu verstehen. Unser Ziel ist es, Frauen und Personen, die bei der Geburt dem weiblichen Geschlecht zugewiesen wurden (AFAB), tiefere Einblicke in Faktoren zu ermöglichen, die das Wohlbefinden und die Langlebigkeit beeinflussen können.

1. Energie und Sauerstofftransport: Wie unterstützen deine Eisenspeicher dein Energieniveau?

Viele Frauen bemerken Phasen mit geringer Energie oder Erschöpfung. Dies kann ein Anzeichen dafür sein, wie effektiv dein Blut Sauerstoff zu deinem Gehirn und deinen Muskeln transportiert.

Was im Körper passiert

Eine ausreichende Sauerstoffversorgung ist entscheidend für die kognitive Funktion und die Muskelleistung. Die roten Blutkörperchen fungieren dabei als das Transportsystem des Körpers. Besonders bei menstruierenden Personen können die Eisenwerte schwanken, aber auch Ernährung oder Aufnahmestörungen können zu einem Eisenmangel führen. Wenn die Eisenspeicher sehr niedrig sind, hat der Körper Schwierigkeiten, ausreichend Hämoglobin zu bilden. Dies trägt zu Müdigkeit oder verminderter körperlicher Leistungsfähigkeit bei.

Biomarker

  • Erythrozyten & Hämoglobin: Messen die gesamte Sauerstofftransportkapazität.
  • MCV & MCH: Bewerten die Größe der roten Blutkörperchen und deren Hämoglobingehalt.
  • Ferritin: Spiegelt die Eisenspeicherung wider. Einige Studien deuten darauf hin, dass Ferritinwerte über etwa 50 ng/mL ein optimales Energieniveau und Wohlbefinden unterstützen können – insbesondere wenn Symptome wie Müdigkeit oder Haarausfall vorliegen. Die Interpretation sollte immer individuell erfolgen, da laborspezifische Referenzbereiche variieren können.

Zusätzliche Biomarker

  • Aktives B12 (Holotranscobalamin) & Folat (B9): Essenziell für die zelluläre Energiegewinnung. Eine Untersuchung kann bei Personen mit höherem Mangelrisiko sinnvoll sein, etwa bei restriktiver Ernährung oder Malabsorption.

Praktischer Tipp

Wenn die Erschöpfung anhält, ist es ratsam, mit deinem Arzt über die Untersuchung von Ferritin und in manchen Fällen von aktivem B12 zu sprechen, anstatt sich allein auf das Serumeisen oder den Hämoglobinwert zu verlassen.

2. Stoffwechselgesundheit: Verarbeitet dein Körper Glukose effizient?

Stoffwechsel-Biomarker geben Aufschluss darüber, wie der Körper Energie verwertet. Subtile Veränderungen der Insulinsensitivität können bereits auftreten, wenn Standard-Glukosetests noch völlig normal erscheinen.

Was im Körper passiert

Insulin ermöglicht es der Glukose, in die Zellen zu gelangen. Bei einigen Frauen, insbesondere bei einem PCO-Syndrom (PCOS) oder in der Perimenopause, reagieren die Zellen weniger effizient auf Insulin. Der Körper produziert dann möglicherweise höhere Insulinmengen, um den Blutzuckerspiegel stabil zu halten. Ein dauerhaft erhöhter Insulinspiegel kann das Gewichtsmanagement, den Fettstoffwechsel und das langfristige kardiometabolische Risiko beeinflussen.

Biomarker

  • Nüchterninsulin & HOMA-IR: Geben Hinweise auf die zelluläre Reaktion auf Insulin. Diese Werte werden zunehmend in der Vorsorge eingesetzt, gehören aber noch nicht zum Standard-Screening.
  • HbA1c: Spiegelt den durchschnittlichen Blutzuckerspiegel der letzten drei Monate wider.
  • Cystatin C: Ein Marker für die Nierenfunktion, der bei Personen mit geringerer Muskelmasse oft zuverlässigere Schätzungen liefert als herkömmliche Methoden.
  • Harnsäure: Erhöhte Werte können das kardiometabolische Risiko genauer einordnen, sind aber für sich allein nicht diagnostisch.

Praktischer Tipp

Veränderungen des HOMA-IR-Wertes im Zeitverlauf können Aufschluss über die Stoffwechselfunktion geben. Sollten die Werte ansteigen, kann ein Arzt Strategien wie eine verstärkte Zufuhr von Ballaststoffen und Proteinen oder mehr körperliche Aktivität empfehlen.

3. Herz-Kreislauf-Gesundheit: Deuten deine Lipid- und Entzündungswerte auf Risiken hin?

Herzerkrankungen sind bei Frauen eine der Haupttodesursachen. Dass Risiken oft zu spät erkannt werden, hat viele Ursachen, darunter eine verzerrte Wahrnehmung von Symptomen und die Grenzen herkömmlicher Standard-Lipiduntersuchungen.

Was im Körper passiert

In den fruchtbaren Jahren bietet Östrogen einen gewissen Schutz für das Herz-Kreislauf-System. Wenn sich der Hormonspiegel mit dem Alter ändert, können bestimmte Entzündungsmarker und Lipoproteine zusätzliche Erkenntnisse über das Risiko liefern. Viele moderne Ansätze in der präventiven Kardiologie achten heute besonders auf die Partikelzahl und nicht nur auf den Gesamtcholesterinspiegel.

Biomarker

  • ApoB (Apolipoprotein B): Kann die Risikoabschätzung über das Gesamtcholesterin hinaus verfeinern.
  • Lipoprotein (a): Ein genetischer Risikomarker. Eine wiederholte Untersuchung ist meist unnötig, da die Werte genetisch festgelegt sind.
  • hs-CRP: Ein hochsensitiver Marker für systemische Entzündungen. Er kann genutzt werden, um risikorelevante Lebensstilmuster über die Zeit zu beobachten.

Praktischer Tipp

In Absprache mit einem Arzt kann ein ApoB-Test ein detaillierteres Verständnis des lipidbedingten Risikos liefern. Ein Lebensstil, der niedrige hs-CRP-Werte unterstützt – etwa durch körperliche Aktivität, ausreichend Schlaf und eine ausgewogene Ernährung – ist mit einem geringeren Risiko verbunden.

4. Hormonelle Balance: Entsprechen deine Hormone deiner Lebensphase?

Hormone regulieren Stimmung, Knochendichte, Schlaf und Stoffwechsel. Die Beobachtung dieser Muster kann Aufschluss über physiologische Übergänge geben, ersetzt jedoch keine ärztliche Untersuchung.

Was im Körper passiert

Östradiol und Progesteron interagieren mit Signalen aus dem Gehirn, wie FSH und LH. Während der Perimenopause steigt der FSH-Spiegel oft an, schwankt jedoch stark. Die Diagnose der Perimenopause erfolgt primär klinisch anhand von Zyklusmustern und Symptomen. Der Zeitpunkt der Östradiol- und Progesteron-Untersuchungen innerhalb des Menstruationszyklus ist entscheidend für die Aussagekraft.

Biomarker

  • Östradiol & Progesteron: Indikatoren für den Zyklus und den Status der Fortpflanzungshormone.
  • FSH & LH: Signale der Hirnanhangsdrüse, die für die Eierstockfunktion relevant sind.
  • SHBG & freies Testosteron: Spiegeln die Verfügbarkeit von Androgenen (männlichen Hormonen) wider.
  • DHEAS & Prolaktin: Werden oft gemessen, wenn Symptome auf eine Beteiligung der Nebennieren oder der Hirnanhangsdrüse hindeuten (z. B. unregelmäßige Zyklen, Überschuss an Androgenen).

Praktischer Tipp

Wenn du Veränderungen der Stimmung, des Schlafs oder des Zyklus bemerkst, kann ein Gespräch über die Untersuchung dieser Biomarker helfen zu klären, ob die Symptome mit hormonellen Übergängen zusammenhängen.

5. Nährstoffe und Organe: Fördern Leber und Mikronährstoffe deine Gesundheit?

Deine Leber, deine Nieren und Mikronährstoffe bilden das Unterstützungssystem für fast jeden Prozess im Körper, einschließlich des Hormonstoffwechsels, der Energiegewinnung und der Immunfunktion. Wenn diese Systeme nicht optimal arbeiten, können Engpässe entstehen, die dein tägliches Befinden beeinträchtigen.

Was im Körper passiert

Die Leber verarbeitet Hormone wie Östradiol in Formen, die der Körper sicher ausscheiden kann. Erhöhte Leberenzyme wie GPT oder GOT können auf eine Belastung dieses Systems hindeuten. Gleichzeitig unterstützen wichtige Mikronährstoffe den Körper bei hunderten lebensnotwendigen Reaktionen.

Biomarker

  • Magnesium: Unterstützt die Muskelentspannung, die Nervenfunktion und das hormonelle Gleichgewicht.
  • Zink: Hilft bei der Umwandlung von Testosteron in Östradiol und unterstützt die Schilddrüsenaktivität.
  • Selen: Schützt die Schilddrüse und hilft bei der Umwandlung von T4 in das aktive T3-Hormon.
  • Vitamin D: Unterstützt die Knochen-, Hormon- und Immunabwehr.
  • Omega-3-Index: EPA und DHA beeinflussen die Zellmembranfunktion und Entzündungsprozesse.

Praktischer Tipp

Wenn du Müdigkeit, unruhigen Schlaf oder Energiemangel bemerkst, solltest du diese Biomarker mit deinem Arzt besprechen. Kleine Anpassungen in der Ernährung – wie grünes Blattgemüse und Nüsse für Magnesium, Kürbiskerne oder Schalentiere für Zink und Paranüsse für Selen – können die Systeme deines Körpers unterstützen.

Fazit

Biomarker bieten Einblicke in physiologische Trends, sind aber für sich genommen keine Diagnose. Sie bieten die Gelegenheit für ein fundiertes Gespräch mit einer medizinischen Fachkraft. Wenn du deine inneren Abläufe verstehst, kannst du informiertere Entscheidungen über deinen Lebensstil und deine Vorsorge treffen. Aware möchte Frauen und AFAB-Personen dabei unterstützen, den Weg von einem allgemeinen Wohlbefinden hin zu einem datenbasierten Verständnis ihrer eigenen Biologie zu gehen.

Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Bildungszwecken. Er ist nicht dazu gedacht, medizinischen Rat zu erteilen, Krankheiten zu diagnostizieren oder Behandlungen zu empfehlen. Er empfiehlt keine bestimmten Medikamente oder Ergänzungsmittel. Konsultiere immer einen qualifizierten Arzt oder Ärztin für eine persönliche Beratung und die Interpretation von Laborergebnissen.

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