Aktualisiert am
January 15, 2026
Deine Leberwerte verstehen: Wie der Lebensstil Stoffwechsel-Marker beeinflusst
Warum der „Dry January“ biologisch funktioniert und wie GGT, ALAT und ASAT eine tiefere Geschichte über deine metabolische Gesundheit erzählen als nur „Alkoholkonsum“.

Die meisten Menschen halten die Leber für einen Filter – einen Schwamm, der Giftstoffe aufsaugt, bis er „ausgedrückt“ werden muss. Biologisch betrachtet ist deine Leber jedoch eine Chemiefabrik. Sie erfüllt über 500 Funktionen, darunter die Regulierung des Blutzuckers, das Management von Cholesterin und die Neutralisierung von oxidativem Stress.
Wenn du eine Pause von Alkohol oder verarbeitetem Zucker einlegst (wie im Dry January), „entgiftest“ du nicht einfach nur. Du senkst die metabolische „Steuer“, die du für jedes Glas zahlst.
Hier ist die Wissenschaft dessen, was mit deinen Biomarkern passiert, wenn du ihnen eine 31-tägige Pause gönnst.
1. GGT: Das „Stressbarometer“ deiner Zellen
Gamma-Glutamyl-Transferase (GGT) wird oft einfach als „Alkohol-Marker“ abgetan. Das ist eine Vereinfachung, die seine wahre Bedeutung verkennt.
Die Wissenschaft: GGT spielt eine entscheidende Rolle im Stoffwechsel von Glutathion, dem „Master-Antioxidans“ deines Körpers. Wenn deine Leber unter Beschuss steht – sei es durch Ethanol (Alkohol), Umweltgifte oder überschüssige Fruktose –, muss sie mehr Glutathion produzieren, um freie Radikale zu neutralisieren. Der GGT-Spiegel steigt, um diesen Prozess zu unterstützen.
Die neue Erkenntnis: Betrachte GGT nicht als „Sündenzähler“, sondern als Maß für oxidativen Stress.
Warum 31 Tage? Die biologische Halbwertszeit von GGT beträgt etwa 14 bis 26 Tage. Das bedeutet, dass du deinem Körper in einem einzigen Monat Abstinenz genug Zeit gibst, um etwa 50–75 % der durch akuten Stress verursachten Enzymerhöhung abzubauen.
Das Fazit: Ein 30-Tage-Reset ist biologisch fast perfekt getimt, um bei diesem spezifischen Biomarker einen messbaren Unterschied zu sehen.
2. ALAT vs. ASAT: Genauigkeit zählt
Auf deinem Laborbericht tauchen diese beiden oft zusammen auf. Aber sie erzählen unterschiedliche Geschichten.
- ALAT (Alanin-Aminotransferase): Dieses Enzym kommt hauptsächlich in der Leber vor. Wenn Leberzellen geschädigt oder entzündet sind (selbst leicht durch Fetteinlagerungen), gelangt ALAT in den Blutkreislauf. Es ist der spezifischste Indikator für Leberstress.
- ASAT (Aspartat-Aminotransferase): Dieses Enzym befindet sich in der Leber, aber auch in Herz und Muskeln. Intensiver Sport (wie ein Marathonlauf) kann deinen ASAT-Wert vorübergehend in die Höhe treiben, auch wenn deine Leber vollkommen gesund ist.
Der Experten-Blick: Langlebigkeits-Experten achten oft auf das Verhältnis zwischen diesen beiden Werten. In einem gesunden Stoffwechselzustand sollten beide Werte idealerweise niedrig sein (oft < 30 U/l, wobei Laborbereiche variieren). Ist dein ALAT höher als dein ASAT, ist das oft ein Zeichen für metabolische Belastung (im Zusammenhang mit Insulinresistenz oder Leberfett). Ist ASAT signifikant höher (2 ×) als ALT, kann dies ein spezifisches Zeichen für alkoholbedingte Belastung sein.
3. Der versteckte Verursacher: De-novo-Lipogenese
Du sagst vielleicht: „Aber ich trinke keinen Alkohol.“ Warum solltest du dich für Leberenzyme interessieren? Wegen eines Prozesses namens De-novo-Lipogenese (DNL).
Wenn du überschüssige Fruktose (Zucker) oder raffinierte Kohlenhydrate zu dir nimmst, wandelt deine Leber diese Energie in Fett um. Dieses Fett kann sich in den Leberzellen ansammeln und denselben „Stress-Austritt“ von ALAT und GGT verursachen wie Alkohol.
Die Erkenntnis: Hohe Leberwerte bei Nichttrinkern sind oft eine „Warnleuchte“ für Insulinresistenz und Zuckerkonsum.
4. Der Zeitplan der Reparatur: Was passiert in 31 Tagen?
Wenn du vor und nach einem Reset testest, zeigen die Daten typischerweise Folgendes:
- Woche 1: Akute Entzündungen klingen ab. Der Blutzucker stabilisiert sich.
- Woche 2: Leberfett beginnt sich zu mobilisieren. Du siehst vielleicht noch keinen riesigen Abfall der Enzyme, aber deine „metabolische Flexibilität“ verbessert sich.
- Woche 4 (Der Sweetspot): GGT hat wahrscheinlich seine Halbwertszeit überschritten. Die ALT-Werte spiegeln die reduzierte Entzündungslast wider. Das ist der Moment, in dem die Daten deinen Einsatz bestätigen.
Zusammenfassung: Daten sind die ultimative Bestätigung
Subjektive Gefühle („Ich fühle mich weniger aufgebläht“) sind gut. Objektive Daten („Mein GGT ist um 15 Punkte gesunken“) sind besser.
Verlass dich diesen Januar nicht nur auf Willenskraft. Verlass dich auf die Biologie. Deinen Ausgangswert zu kennen, hilft dir zu verstehen, ob deine Leber als ruhiger, effizienter Motor läuft – oder ob sie heißläuft.

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